Führen in Konflikten II

Die 6 Konfliktstile – Teil 1 “Integrieren”

Ein zum Teil positiver Konfliktstil – positiv deshalb, weil hier gemeinsam für die Lösung um einen Konsens gerungen wird. Es wird nicht nur am gleichen Strick gezogen, sondern auch in die gleiche Richtung.

Mit einer besseren Idee wird die Lösung gefunden, das Blatt gewendet. Das Ergebnis ist eine Synthese auf hohem Niveau. Die Realität zeigt: “Es gelingt nicht immer, sich zu einigen… aber es ist besser, miteinander zu reden als übereinander.” (SZ vom 19.05.07 über Angela Merkel)

Die negative Seite dieses Konfliktstils: wenn Bemühen um Integration zur quälenden Selbstblockade wird, wenn Angst zu erhöhtem Konsensbedarf führt (Stichwort “Harmonie-Terror”).

Denn reibungslos ist nicht immer mit erfolgreich gleichzusetzen. Zu viel Ruhe und Harmonie kann zum Einschlafen führen – oder zur Kumpanei: “Verschiedene Fälle (VW, Siemens, Pin, Aldi Nord) machen die Mängel des deutschen Konsensmodells sichtbar, das die Mitbestimmung und Mitwirkung der Arbeitnehmer sichert. Der Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit wird offenbar öfter missbraucht als vor Jahren. In vielen Konzernen sitzen die Betriebsratsvorsitzenden in den Aufsichtsräten. Die Manager sind von den Arbeitnehmervertretern abhängig, und schon allein deshalb haben sie ein Interesse daran, sich deren Wohlwollen zu sichern. So zeigt sich, wie sehr ein enges Zusammenspiel von Betriebs- und Aufsichtsräten die Kungelei begünstigt.” (SZ vom 12.04.08).

Wie bewusst ist Ihnen der Konfliktstil des “Integrierens” und haben Sie diesen bereits in Ihren Konflikten reflektiert und gekonnt eingesetzt? Bedenken Sie, dass jeder Konfliktstil positiv zum Ziel führen aber auch negativ wirken kann.

Im nächsten Blog-Eintrag beschäftigen wir uns mit dem Konfliktstil “Kompromiss”