Führen in Konflikten I

Was ist Führung?

„Die natürliche und ungezwungene Art, andere Menschen zu inspirieren.“ (Peter Drucker). Oder einfacher:  „Spannung erzeugen und Energie zum Fließen bringen.“

Was ist ein Konflikt?

Eine Affekt – geladene Situation, in der die Parteien Gefahr laufen, sich zu verletzen. Warum? Weil sie sich durch unvereinbares oder widersprüchlichen Denken, Fühlen, Bewerten oder Verhalten gegenseitig bei der Zielerreichung behindern. Kann ein Konflikt positiv wirken?

Ja! Ich muss ihm nur den Beigeschmack von Katastrophe nehmen und ihn nicht unter den Teppich kehren. Dann kann ein Konflikt sogar inspirieren.

Und natürlich erzeugt er – wenn ich richtig führe – positive Spannung:

„Zum Beginn eines Konflikts gehören immer Zwei – zum Aufhören nur (Eine)r.“
Der Lohn: „Nie ist die Liebe so schön, wie nach einem kräftigen Streit.“

Demnach können Konflikte folgendermaßen wirken:

Was war I h r letzter Konflikt, durch den etwas Positives bewirkt wurde? Welche Risiken sind Sie schon eingegangen? Wie haben diese Ihnen genutzt? Mitunter ist der Verlust des Arbeitsplatzes langfristig sinnvoll, weil er eine vielleicht schon lang anstehende Neuorientierung erzwingt.

Sehen S i e Konflikte auch als eine Chance zur persönlichen Entwicklung?

Wo haben Sie bspw. gegenüber Ihrem Chef oder in Ihrer Partnerschaft den Mut gehabt, unterschiedliche Ansichten auszutragen? Wie häufig war die Folge eine optimale Problemlösung? Stefan Braun schreibt hierüber in der SZ:

„Merkel setzt auf volles Risiko.“ (Ausgelöst durch konfliktäre Koalitionsverhandlungen?) „Nie hat sie sich ganz versteckt; aber sehr selten hat sie mutig die Fahne getragen. Damit könnte es jetzt vorbei sein. Die Kanzlerin will keine Politik der kleinen Schritte mehr machen. Sie will „gegen alle Widerstände für ihre Überzeugungen eintreten.“

Merkel hat sich neu eingekleidet – und den Boxring betreten. Es geht nicht mehr nur um Machtfragen, es geht um die Durchsetzbarkeit und den Erfolg von Konzepten. Gestritten wird nicht mehr über Nichtigkeiten. Diesem Duell stellt sich Merkel jetzt. Endlich. (SZ v. 11.10.2009)

Wann haben w i r dies das letzte Mal gewagt?